Die Meldungen über tote Kraniche, infizierte Wildvögel und mutierende Virusvarianten sind kein Zufall, sondern die logische Folge eines globalen Systems, das sich selbst vergiftet.

Der Vogelgrippe-Virus H5N1 – jahrzehntelang als „Tierseuche“ verharmlost – hat längst seine Grenzen überschritten. In den USA wurde er bereits in Milchkühen nachgewiesen. Und wenn ein Virus erst einmal gelernt hat, von Vogel zu Säugetier zu wechseln, dann ist der nächste Schritt nur noch eine Frage der Zeit: der Mensch.

Wir haben nichts aus der Pandemie gelernt. Gar nichts.

Wir züchten unsere eigene Bedrohung täglich millionenfach nach – in Ställen, Käfigen, Tanks. Millionen Tiere auf engstem Raum, vollgepumpt mit Medikamenten, in einem Zustand permanenter Immunpanik. Viren brauchen genau das: Stress, Nähe, Wirtstausch.
Das perfekte Labor für den Untergang.

Man kann die Zahlen endlos wiederholen, aber sie verlieren längst ihre Wirkung:
70 Prozent der weltweiten Agrarflächen werden genutzt, um Tiere zu füttern, die wir anschließend töten.
Jedes Jahr entstehen Milliarden Tonnen Gülle, die Böden und Gewässer vergiften.
Die Tierindustrie ist verantwortlich für etwa 15 Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen – mehr als alle Autos, Flugzeuge und Schiffe zusammen.
Und die Antibiotikamengen, die wir in Tierställe pumpen, erzeugen Bakterien, gegen die bald kein Mensch mehr eine Chance hat.

Wir reden über Energiepreise, aber nicht über das System, das unser Überleben bedroht.
Wir subventionieren Fleisch und Milch, während wir Pandemien, Hitzetote und Wasserknappheit in Kauf nehmen.
Wir führen Kriege um Öl, aber die eigentliche Katastrophe wächst im Schatten der Massentierhaltung – lautlos, stinkend, profitabel.

Wenn man es auf die Essenz bringt, gibt es nur zwei Wege:
Entweder wir beenden den industriellen Tierkonsum freiwillig,
oder die Natur beendet ihn für uns.

Das Argument, der Mensch brauche Fleisch oder Milch, ist widerlegt.
Alle essenziellen Nährstoffe sind pflanzlich oder synthetisch verfügbar.
Was bleibt, ist Gewohnheit, Trägheit, Industrie.
Ein Milliardenmarkt, der aus Leid, Seuchen und Zerstörung Profit zieht – und das Ergebnis nennt man dann „Nahrungsmittelproduktion“.

Wer jetzt noch sagt, man könne ja „maßvoll konsumieren“, der verkennt die Systemlogik:
Es gibt kein „maßvoll“ im industriellen Maßstab.
Eine Million Tiere pro Tag sind kein Maß, sondern ein Befehl zur Mutation.

Die Politik wird wieder reden von „Biosicherheit“, „Schutzzonen“, „Desinfektion“.
Alles richtig, alles zu spät.
Denn das Problem ist nicht der Virus.
Das Problem ist der Mensch, der ihn züchtet, füttert und dabei glaubt, Herr der Schöpfung zu sein.

Die Wahrheit ist einfach und brutal:
Solange Tiere als Ware existieren, bleibt der Mensch eine Seuchenmaschine.
Der Ausstieg aus dem Tierverzehr ist keine Frage der Moral mehr, sondern des Überlebens.
Ein Paradigmenwechsel – weg von Fleisch, Milch, Eiern – wäre der größte Schritt in Richtung globaler Gesundheit, den die Menschheit jemals gehen könnte.
Nicht als Verzicht, sondern als Beginn von etwas, das wir längst verloren haben:
Vernunft.

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Tierwohl ist ein Marketingwort. Kein Fortschritt.

Das Tierwohl-Label ist keine ethische Errungenschaft, sondern eine Beruhigungspille für Verbraucher.

Ein Feigenblatt, das über ein System gelegt wird, das auf Ausbeutung basiert – nur eben mit besserem Design.

Ob ein Schwein in einem Kastenstand von zwei Metern oder von zwei Meter zwanzig verendet, macht keinen Unterschied.

Die paar Zentimeter sind kein Fortschritt, sie sind die perfekte Choreografie des Selbstbetrugs.

Die Politik verkauft das als „mehr Tierwohl“.

Die Wirtschaft nennt es „nachhaltig“.

Und der Verbraucher soll glauben, er könne sein Gewissen an der Supermarktkasse freikaufen – mit einem Label, das suggeriert, Leid sei messbar in Haltungsstufen.

Aber Leid hat keine Stufen.

Leid ist Leid.

Artgerechte Haltung? Gibt es in der industriellen Produktion nicht.

Ein Tier, das im Stall geboren, gemästet und geschlachtet wird, erlebt nie das, wofür es eigentlich gebaut ist: Sonne, Erde, Bewegung, Sozialverhalten.

Jedes „Haltungsform-Label“ ist ein Vertrag mit dem schlechten Gewissen – unterschrieben von einer Gesellschaft, die nicht bereit ist, auf den wahren Preis ihres Konsums zu schauen.

Die einzige Haltung, die den Namen verdient, ist Naturhaltung.

Weide, Wald, Wildnis.

Tiere, die leben dürfen, bis sie gejagt werden – nicht gemästet.

Alles andere ist Dressur mit politischem Gütesiegel.

Solange Politik und Wirtschaft gemeinsam so tun, als könnte man industrielle Tierhaltung „verbessern“, statt sie zu beenden, bleibt das Tierwohl-Label nichts weiter als eine saubere Lüge im Fleischregal.

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Einfach mal anfangen.

Viele glauben, wer auf Fleisch verzichten will, müsse sein ganzes Leben auf den Kopf stellen.

Aber das stimmt nicht.

Ihr habt ja auch nicht von heute auf morgen alle Wurstsorten gleichzeitig entdeckt. Ihr habt ausprobiert – Aufschnitt, Salami, Blutwurst, ohne Blut. Mal schmeckte es, mal nicht. Genau so ist das mit veganen Alternativen.

Man probiert. Man bleibt dran.

Wenn fünf Millionen Menschen sagen: „Ich probiere morgen mal was Vegetarisches“, dann sind das fünf Millionen Packungen Fleisch weniger.

Wenn dieselben Menschen eine Woche später sagen: „Heute testen wir mal ein veganes Geschnetzeltes“, dann sind das wieder Millionen Tiere weniger, die für den Teller sterben müssen.

So fängt Veränderung an – nicht mit Fanatismus, sondern mit kleinen Entscheidungen.

Selbst wer dreimal am Tag Fleisch isst, kann einfach anfangen: morgens vielleicht eine Scheibe Käse statt Wurst. Das ist kein Verzicht, das ist ein Schritt.

Ich habe das selbst erlebt.

Wir haben als Familie unseren Fleischkonsum um über 90 % reduziert.

Drei Kinder, keine Höhle, kein Leitungswasser-Asketismus. Nur schrittweise Umstellung, Neugier, Ausprobieren.

Denn am Ende ist es beim Essen wie immer: Geschmack entsteht durch das, was man daraus macht – Gewürze, Braten, Dämpfen, Kombinationen.

Und wenn zehn Millionen Menschen diesen Weg gehen, reagiert die Wirtschaft. Dann entstehen bessere, bezahlbare, kreative Alternativen.

Veränderung beginnt nicht mit Verboten.

Sie beginnt mit dem ersten Einkauf, der anders aussieht als der letzte.

#Vogelgrippe
#Tierhaltung
#Pandemiegefahr
#Klimakrise
#VeganFuture

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Von Karlheinz Skorwider

Karlheinz Skorwider – CEO, Autor & Redakteur Unabhängiger Medien- und Werbeberater mit über 23 Jahren Erfahrung. Beobachter politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen, mit klarem Blick auf Sprache, Machtstrukturen und öffentliche Debatten. Vater von drei Kindern, schreibt an dystopischen sowie gesellschaftskritischen Romanen und arbeitet an Projekten politischer Aufklärung. Bei QuelleX verbindet er kritische Analyse mit erzählerischer Schärfe – stets auf der Suche nach Klarheit, Haltung und Perspektive jenseits der Schlagzeilen.

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