Manchmal entlarvt ein einziger Satz die ganze Misere.
„Wir wollen das Gespräch mit der AfD suchen.“
Vom Verband der Familienunternehmer ausgesprochen – und plötzlich wird klar, wie schnell in diesem Land Prinzipien zu Verhandlungsmasse werden.
Da stehen 6.500 Unternehmen, die sich gerne als Rückgrat der Demokratie verkaufen.
Doch kaum weht der Wind strammer von rechts, öffnen sie die Fenster und winken schon mal höflich rüber.
Nicht aus Überzeugung.
Nicht aus Haltung.
Sondern aus purem Kalkül.
Und das ist der Punkt, der weh tut:
Deutschland hat genau das schon einmal erlebt.
Damals waren es dieselben Kreise, dieselben Namen, dieselben „pragmatischen Erwägungen“.
Die Industrie schob den NSDAP-Staat nicht nur an – sie profitierte von ihm.
Massiv.
Eindeutig.
Schamlos.
BMW: Zwangsarbeiter, Rüstungsaufträge, NS-Familiennähe.
Schaeffler: Panzergetriebe, Kriegsproduktion, Zwangsarbeit.
Miele: Rüstungsfertigung, Flugzeugteile, Zwangsarbeiter in den Werkhallen.
Merck, Boehringer, Bahlsen, Melitta, Dräger – sie alle tauchen in den Akten auf.
Und jetzt?
Wieder sitzen diese Namen, diese Traditionshäuser, diese wirtschaftlichen Machtzentren in einem Verband, der plötzlich „reden“ will – ausgerechnet mit einer Partei, die demokratische Institutionen verachtet, Minderheiten angreift und Pressefreiheit bekämpft.
Das ist keine Naivität.
Das ist ein Muster.
Ein altes Muster.
Und wer es nicht erkennt, will es nicht erkennen.
Parallel dazu grinst Ulrich Siegmund in die Kamera:
„Wir stehen an deiner Seite!“
Die Aasgeier der Fäulnis, freundlich verpackt.
Sie wissen ganz genau, was gerade passiert.
Wenn die Wirtschaft schwankt, bieten sie sich an – wie Aasgeier eben.
Kreisen, warten, lächeln.
Und während die TAZ nüchtern meldet, dass die ersten Verbände umfallen, sieht man die Wellen schon jetzt in den Kommentarspalten:
„Der Mittelstand wählt AfD.“
Natürlich.
Immer dann, wenn die Angst regiert und die Verantwortung versagt.
Die Wahrheit ist bitter:
Es war nie das Volk allein, das autoritäre Kräfte groß gemacht hat.
Es waren die wirtschaftlichen Eliten, die glaubten, sie könnten sich die eigene Ordnung schnitzen.
Und wenn die Demokratie dabei auf der Strecke blieb – geschenkt.
Deutschland darf diesen Fehler kein zweites Mal machen.
Und diejenigen, die heute wieder an den falschen Tisch rücken, sollten wissen, was sie riskieren.
Die Brandmauer fällt nicht unten.
Sie fällt oben.
Dort, wo Geschichte gerne verdrängt wird.
Dort, wo Profit immer noch über Prinzipien steht.
Dort, wo man glaubt, man könne sich im rechten Windschatten schon irgendwie arrangieren.
Wir müssen darüber reden, bevor es wieder zu spät ist.
Denn diesmal wird niemand sagen können, er hätte es nicht gewusst.
#NieWieder1933
#DemokratieVerteidigen
#WirtschaftOhneBrandmauer
#AasgeierDerFäulnis
